Warum Werte?
Die letzten hundert Jahre waren von rasanten Veränderungen geprägt – vor allem auf zwei Ebenen: auf der technologischen und auf der zwischenmenschlichen, insbesondere zwischen Mann und Frau.
Bei all diesem Wandel müssen wir aufpassen, dass das Fundament unseres Handelns nicht verloren geht. Hier stehen sich oft zwei Pole gegenüber: der Egoismus und die Werte. Nur der, bei dem sich diese beiden Kräfte die Waage halten, kann auf Dauer glücklich sein.
Weil also Werte so wichtig sind, sollten wir uns alle mit der Frage beschäftigen: „Woher beziehe ich meine Werte?“
Traditionell lieferte die Religion das Fundament – in der westlichen Welt also das Christentum. Aber kann ein zweitausend Jahre altes Buch – die Bibel – heute überhaupt noch einen sinnvollen Beitrag für unser Wertesystem leisten?
Nur wer zweifelt, kann wirklich glauben
Viele Menschen verbinden mit dem Christentum heute verstaubte Ansichten, hierarchisches Denken, Sexualfeindlichkeit und das Patriarchat. Ehrlich gesagt: Obwohl ich bekennender Christ bin, ging es mir bis Ende 2025 nicht viel anders.
Im Rahmen meines Buchprojekts fing ich an, mich intensiv damit zu beschäftigen, was „christliche Werte“ eigentlich im Kern bedeuten. Meinen Fokus legte ich dabei natürlich auf die Bibel. Bewusst ließ ich alle Interpretationen beiseite und fing an, genau nachzulesen. Um wirklich zu verstehen, war mir der Kontext sehr wichtig:
- Wie muss man die Aussagen historisch verstehen?
- Auf welche anderen Bibelstellen wird konkret verwiesen?
- Welche Übersetzungsmöglichkeiten gibt es und wie haben sich die Begriffskontexte über die Jahrhunderte verändert?
Meine Resultate
Herausgekommen sind fast 60 Seiten, die die Kapitel 7 bis 10 meines Buches bilden. Auf dieser Website kann ich Dir nur einen kleinen Einblick in meine Ergebnisse geben. Wenn Du es genau wissen willst, ist das gesamte, 400-seitige Buch für Dich relevant.
Denn Christentum ist das, was wir daraus im täglichen Leben machen – und nicht das, was wir einmal in der Woche am Sonntag in der Kirche beten. In Jak 2,26 heißt es treffend: Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.
Bei meiner Recherche habe ich nach einer klaren Hierarchie gearbeitet: Zuerst die Worte Jesu, dann das restliche Neue Testament und erst danach das Alte Testament. Folgende Ergebnisse habe ich herausgearbeitet, vor allem aus der Lehre Jesu:
- Dienende Führung anstatt hierarchisches Denken
- Jesus war ein Frauenrechtsaktivist
- Offenheit anstatt Tabuisierung ist ein christlicher Wert
- Die Bibel ist sexpositiv
Im Folgenden reiße ich dies nur kurz an, ohne die vollständige Argumentationskette meines Buches nachzuvollziehen.
Dienende Führung
In Mt 20,27 und Mk 10,44 heißt es: wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
Das verstehe ich unter dienender Führung. Jesus ist auf die Erde gekommen, nicht um die Menschen zu beherrschen, sondern um sie zu erlösen. Und er hat uns eingeladen, ihm nachzufolgen.
Jesus der Frauenrechtsaktivist
An allen wesentlichen Stellen der Evangelien spielen Frauen eine tragende Rolle. Wenig beachtet, aber aus meiner Sicht besonders bedeutsam, ist die Salbung in Betanien (Joh 12,1-11). Aber auch vermeintlich kleinere Begebenheiten wie jene von Marta und Maria (Lk 10,38-42) sprechen eine deutliche Sprache.
Tabuisierung
Wenn wir an „christliche Moral“ denken, dann fallen den meisten von uns irgendwelche Dinge ein, die „man nicht tut“. Eine „christliche“ Fassade wird aufgebaut und wie es dahinter zugeht ist sekundär. Diese Scheinwelt hat mit wahrem Christentum wenig zu tun, sondern versucht lediglich, überkommene Moralvorstellungen in die heutige Zeit zu retten. Jesus steht für genau das Gegenteil, wenn er sagt: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
(Mk 2,27)
Dies ist besonders wichtig, wenn es um Intimität und Sexualität geht, wie ich im nächsten Abschnitt schreibe.
Die Bibel und der Sex
Gerne wird an diesem Punkt auf das „Hohelied“ verwiesen. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass viele Stellen, bei denen es um Sexualität geht, schlicht einseitig interpretiert werden. In der damaligen Zeit gab es außer Treue keine andere Möglichkeit, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. In meinem Buch zeige ich an den entsprechenden Stellen, dass es damals nicht darum ging, den Spaß am Sex zu verhindern, sondern schlicht um Infektionsschutz.
Christentum und BDSM
BDSM wird gerne als genau das Gegenteil von Christentum dargestellt. Allein die Tatsache, dass es einen Ökumenischen Arbeitskreis BDSM-und-Christsein gibt, zeigt ein anderes Bild. In meinem Buch zeige ich, dass BDSM und Christentum nicht weit auseinanderliegen und durchaus miteinander vereinbar sind.
Vielmehr lehne ich mich weit aus dem Fenster, wenn ich die These aufstelle, dass nur derjenige lustvolle Sexualität erleben kann, der sich zumindest rudimentär mit den Prinzipien des BDSM auseinandergesetzt hat. Aber die vorgenannte Tabuisierung verhindert dies leider. Und so wissen gläubige Christen meist nicht, dass es bei BDSM zuerst um Sicherheit, Vertrauen und radikale Ehrlichkeit geht und Schmerz zwar eine (zugegebenermaßen recht häufige) Option ist, dass dieser aber bei Weitem nicht verpflichtend ist.
Mein Versprechen an Dich
Du glaubst mir nicht? Dann lies mein Buch! Wenn Du es gründlich studiert hast und mir danach sagst, dass meine Argumentation falsch ist und diese vier Punkte nicht den Kern treffen, dann kaufe ich Dir mein Buch zum vollen Ladenpreis zurück – egal in welchem Zustand es ist. (Es sollte nur nicht zu neu aussehen, sonst glaube ich Dir nicht, dass Du darin gearbeitet hast!)
Weitere Werte
Über viele Aussagen der Bibel, zum Beispiel die Zehn Gebote, brauchen wir nicht zu streiten. Das sind unbestrittene christliche Werte. Wenn man aber die vier oben genannten Punkte hinzunimmt, entsteht das, was ich „moderne christliche Werte“ nenne: Ein brandaktueller Kompass, an dem ich versuche, mein tägliches Handeln auszurichten.
Dienende Führung in der christlichen Partnerschaft
In praktisch allen Lebensbereichen erleben wir, dass jemand die Führung zum Wohle der Geführten übernimmt. In einer Partnerschaft ist es nicht einfach, ständig dieses Modell zu leben. Aber wenn die gemeinsame Basis – moderne christliche Werte – als Fundament tragfähig ist, dann kann, sofern von beiden Seiten gewünscht, auch Führung abgegeben werden. Also nicht als Pflicht, sondern als Entlastung. (Und auch nur so lange, wie es eine Entlastung ist.)
Führt in einer Beziehung die Frau, so nennt man das „Female Led Relationship“. Literatur gibt es dazu reichlich. Geht es hingegen darum, eine „dienende Führung“ durch den Mann zu etablieren, dann wird die Luft schnell dünn. Diese gefühlte Lücke schließt mein Buch Geführte Partnerschaft. Obwohl es klar aus der Perspektive „Der Mann führt, die Frau wird geführt“ geschrieben ist, wird unmissverständlich herausgestellt, dass Männer nicht die besseren Führenden sind und sich ein Paar genauso für die umgekehrten Rollen entscheiden könnte.
Mental Load
Erst nach Fertigstellung meines Buches ist der Begriff „Mental Load“ in meinem aktiven Wahrnehmungsbereich aufgetaucht. Aufgrund meiner Neurodiversität (siehe die separate Seite neurodivers.bayern) ist das für mich persönlich kein Thema. Aber es gibt viele Menschen, die nutzen dafür Handy-Apps, buchen Coaches oder lesen Ratgeber. Aber warum nicht einfach mal Dinge an den geliebten Partner abgeben? Vertrauen! Natürlich wird er Fehler machen. Aber werden diese wirklich mehr oder gravierender? Jeder hat das Recht, seine eigenen Fehler zu machen. Aber müssen wir das zwingend – selbst wenn es uns belastet? Hier sehe ich einen echten Gewinn in einer geführten Partnerschaft – für jene Menschen, die nicht nur stark genug sind, sich darauf einzulassen, sondern das für sich persönlich auch wollen und sich in einer Partnerschaft befinden, in der eine derartige Konstruktion möglich ist. (Will der Partner oder die Partnerin überhaupt führen? Ist er oder sie dazu in der Lage?)
Warum nun also diese Seite?
Mit meinem Buch und den begleitenden Internetseiten verfolge ich ein Ziel: Eine Partnerin fürs Leben zu finden. Ja, es geht um Asymmetrie. Aber dies ist nicht der Kern. Ich beschreibe eine Partnerschaft, wie ich sie für meine Partnerin und mich als ideal ansehe. Als eine von vielen Optionen, die auch andere Paare wählen können – wenn sie es für sich einvernehmlich für vorteilhaft halten (Schlagworte: Reduzierung von „Mental Load“ und Konflikten). Ein solches Modell ist aber immer nur tragfähig, wenn die Werte dabei stimmen, in unserem Fall die modernen christlichen Werte. Unterordnung entsteht aus Vertrauen und Zuneigung und nicht aus einem hierarchischen Denken und einem angeblichen Willen Gottes. Stellen wie Eph 5,22-33 werden in meinem Buch selbstverständlich behandelt, aber ich arbeite heraus, dass sich eine patriarchale Unterdrückung nicht aus der Lehre Jesu herleiten lässt.
Ja, ich wünsche mir eine Partnerin, die mir das Geschenk macht, meine Führung anzunehmen. Jeden Tag aufs Neue und nicht einmalig unwiderruflich.
Es ist also zu unterscheiden: Nicht wegen der christlichen Werte gibt es die Asymmetrie, sondern unsere gemeinsamen christlichen Werte bilden die Basis der Partnerschaft. Dieses Fundament wird so tragfähig sein, dass es möglich sein wird, eine von uns beiden gewünschte Asymmetrie zu leben und gleichzeitig eine Beziehung zu erfahren, in der wir beide das bekommen, was wir brauchen.
Und schließlich will ich für uns beide ein erfülltes Sexualleben.
Bevor Du mein Buch kaufst
Mein Buch ist nur ein Mittel zum Zweck. Bitte überlege Dir, ob Du Dich mit den grundlegenden Fragen Deines (Beziehungs-)Lebens auseinandersetzen willst. Das Buch ist keine einfache Kost. Nur wer bereit ist, sich wirklich mit seiner und meiner Gedankenwelt auseinanderzusetzen, wird durch dieses Werk einen echten Mehrwert erhalten. Vor der Kaufentscheidung solltest Du auch noch die Schwesterseiten von „Moderne christliche Werte“ besuchen:
Schließen möchte ich mit einem der bekanntesten Prinzipien der Bibel: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.
(u. a. Mt 22,39) Eine Einladung zu einer gesunden Selbstliebe (man könnte es auch Egoismus nennen) – denn nur wer sich selbst liebt, kann wirklich auch andere lieben.
München, im Juni 2026
Rupert